Hinweise zur Verarbeitung
Nach der Berechnung kann über deinen Ergebnissen ein aufklappbarer Kasten Hinweise zur Verarbeitung stehen. Er ist kein Fehler und keine Warnung im dramatischen Sinn – er ist die ehrliche Antwort auf die Frage: Was konnte capi.tax an deiner Datei nicht sauber lesen?
Der Grundsatz dahinter: Lieber ein sichtbarer Hinweis als eine stille Annahme in einer Steuerzahl. Kein Posten wird kommentarlos übergangen. Steht dort etwas, weißt du genau, welche Zeilen betroffen sind und wie viele.
Drei Schweregrade
Jeder Hinweis hat eine von drei Bedeutungen – sie stehen für sehr unterschiedliche Folgen:
- Übersprungen. Die Zeile ist gar nicht in die Berechnung eingegangen. Deine Summen sind um diesen Vorgang zu niedrig.
- Ersatzweise eingeordnet. Die Zeile wurde gerechnet, aber in einer Ersatz-Steuerkategorie. Der Betrag stimmt, die steuerliche Behandlung kann falsch sein – etwa eine fehlende Teilfreistellung.
- Geschätzt. Die Zeile wurde gerechnet, aber ein fehlender Wert wurde mit einem Standardwert angesetzt. Der Betrag selbst kann daneben liegen.
Zu jedem Hinweis siehst du die Anzahl der betroffenen Zeilen und einige Beispiele, damit du sie in deinem Broker-Export wiederfindest.
Was dir begegnen kann
Fremdwährungsschuld. Bei einer oder mehreren Fremdwährungen lag dein Guthaben zeitweise unter null. Das ist entweder ein Kredit (Margin) – Aufnahme und Tilgung bringen weder Gewinn noch Verlust (BFH VIII R 58/07) – oder deine Dateien reichen nicht bis zum Kauf der Währung zurück. Dann fehlen Anschaffungen und das Währungsergebnis ist unvollständig: Lade die Kontoauszüge der Vorjahre mit hoch.
Verzinstes Fremdwährungsguthaben. Auf ein Fremdwährungsguthaben wurden Habenzinsen gutgeschrieben. Nach Auffassung der Finanzverwaltung (BMF-Schreiben vom 19.05.2022 und 14.05.2025, Rz. 131) gehört das Währungsergebnis dann in die Anlage KAP (§ 20 EStG) – ohne Haltefrist. Das FG Rheinland-Pfalz hat daran ernstliche Zweifel geäußert (Beschluss vom 08.10.2025, 4 V 1436/25). Wegen der Habenzinsen stuft capi.tax das Guthaben für das ganze Jahr als verzinst ein; die Einstufung kannst du im Abschnitt „Währungsgewinne“ im Tab Formulare ändern. Was dabei gilt, steht unter Währungsgewinne.
Währungsgewinne bei Tastytrade und DEGIRO nicht berechnet. Der Tastytrade-Export enthält nicht, wie viel Euro dich die eingezahlten Dollar gekostet haben. capi.tax berechnet deshalb – und genauso bei DEGIRO-Exporten – keine Währungsgewinne aus deinem Fremdwährungsguthaben; diese Rechnung bleibt deine Sache in der Steuererklärung – siehe Währungsgewinne.
Einzahlung in Fremdwährung geschätzt. Bei einer oder mehreren Einzahlungen in Fremdwährung steht im Export nicht, was dich die Währung in Euro gekostet hat. capi.tax setzt dafür den Bundesbank-Kurs des Einzahlungstags an. Hast du die Währung anderswo getauscht, prüfe den Wert.
Bestand weicht von IBKR ab. Bei einer oder mehreren Fremdwährungen weicht der errechnete Bestand zum Jahresende von dem ab, den IBKR in den Devisenpositionen ausweist. Meist fehlt ein Bestand aus einem früheren Jahr – lade den Kontoauszug des Vorjahres mit hoch. Bis dahin ist das Währungsergebnis unvollständig.
Kapitalmaßnahmen nicht berücksichtigt. Dein IBKR-Flex-Export enthält Kapitalmaßnahmen (z. B. Splits, Spin-offs, Fusionen). capi.tax wendet Aktiensplits mit lesbarem Verhältnis an, alle anderen Maßnahmen noch nicht – von diesen wird nur die Rückzahlung von Anleihen gerechnet (Umtausch oder Ausfall einer Anleihe: siehe Anleihen und Stückzinsen); spätere Verkäufe der betroffenen Wertpapiere können deshalb falsch berechnet werden. Spin-offs und Fusionen kannst du im Reiter Anpassungen selbst erfassen; andere Geschäfte prüfst du selbst – siehe Kapitalmaßnahmen.
Erfasste Kapitalmaßnahme nicht angewendet. Eine Abspaltung oder ein Umtausch, die du im Reiter Anpassungen erfasst hast, wurde nicht angewendet: Entweder passen die Angaben nicht zusammen (Verhältnis kleiner oder gleich 0, Anteil außerhalb von 0 bis 100 %, gleiches altes und neues Symbol, ungültiges Datum, Sachausschüttung bei einer Short-Position), oder vor dem Datum gab es keinen offenen Bestand des bisherigen Wertpapiers. Korrigiere den Eintrag oder entferne ihn und erfasse ihn neu.
Unbekannte Cash-Zeilen übersprungen. Dein IBKR-Flex-Export enthält Cash-Ledger-Zeilen eines Typs, den capi.tax nicht erkennt; sie wurden nicht mitgezählt. Prüfe, ob darunter Dividenden, Quellensteuer oder Zinsen sind. Gebühren und MwSt auf Marktdaten-Abos werden absichtlich ignoriert, da sie nicht abzugsfähig sind.
Finanztransaktionssteuer nicht zugeordnet. IBKR bucht die französische, spanische oder italienische Finanztransaktionssteuer als eigene Zeile, eine je Wertpapier und Tag. capi.tax rechnet sie dem Kauf desselben Wertpapiers am selben Tag zu (bei Derivaten wie Optionen, Futures und Optionsscheinen auch dem Verkauf), als Teil der Anschaffungskosten (§ 20 Abs. 4 EStG). Die genannte Zeile ließ sich keinem solchen Geschäft zuordnen, oder sie stammt aus dem CSV-Abschnitt Transaction Fees oder dem Flex-Abschnitt Transaction Taxes, die capi.tax noch nicht einliest. Sie ist deshalb nicht berücksichtigt. Kommt die Steuer aus einer Flex Query, nennt der Hinweis den Betrag aller nicht zugeordneten Zeilen in Euro (Kurs der Bundesbank). Beim Kauf gehört die Steuer zu den Anschaffungsnebenkosten, bei italienischen Derivaten auch beim Verkauf zu den Veräußerungskosten (§ 20 Abs. 4 EStG). Mit einer Flex Query samt Statement of Funds ordnet capi.tax sie automatisch zu.
Nicht erkannte Zeilen übersprungen. Dein IBKR-Export enthält Zeilen, die keinem Geschäft entsprechen – Zwischensummen, Kontoauszugsköpfe, Notizen des Brokers – oder eine Zeilenart, die capi.tax nicht kennt. Meist harmlos; sieh in den Beispielen nach, ob wirklich kein echtes Geschäft darunter ist.
Zeilen ohne Transaktionstyp übersprungen. Dein Tastytrade-Export enthält Zeilen, die capi.tax keinem steuerlichen Vorgang zuordnet. Bei Money Movement-Zeilen wie Einzahlungen, Auszahlungen oder Überträgen ist das erwartet: Sie sind kein Ertrag. Prüfe in den Beispielen nur, ob keine Dividende, kein Zins und kein Trade darunter ist.
Unbekannter Transaktionstyp als Aktien behandelt. capi.tax konnte den Typ nicht bestimmen und hat die Zeile ersatzweise als Aktiengeschäft gerechnet. Prüfe die Steuerkategorie – gehört der Vorgang zu Termingeschäften oder einem Fonds, ändert sich das Ergebnis.
Split-Zeilen übersprungen. Dein Tastytrade-Export enthält Split-Zeilen, zu denen die Gegenbuchung fehlt oder aus denen sich kein sicheres Verhältnis ergibt – das gilt für jeden Reverse Split sowie für Verhältnisse wie 3:2. Ein vollständiger Forward Split mit ganzzahligem Verhältnis (zwei Zeilen, z. B. 2:1) wird dagegen angewendet. Die übersprungene Zeile bleibt außen vor, statt als Kauf oder Verkauf gerechnet zu werden; spätere Verkäufe dieses Wertpapiers musst du selbst prüfen – siehe Kapitalmaßnahmen.
Krypto-Zeilen übersprungen. Dein Tastytrade-Export enthält Krypto-Trades. Direkt gehaltene Kryptowerte gehören in die Anlage SO (§ 23 EStG), nicht in die Anlage KAP; capi.tax berechnet sie nicht. Krypto-Wertpapiere und -Futures sind davon nicht betroffen.
Fonds als Aktien behandelt. Der Vorgang sieht nach einem Fonds oder ETF aus, aber die Fondsart fehlt. capi.tax behandelt ihn deshalb als Aktie, bis du die Fondsart festlegst.
Wichtig: Rechtlich ist ein Fonds ohne nachgewiesene Fondsart ein sonstiger Investmentfonds (0 % Teilfreistellung) und gehört in die Anlage KAP-INV. capi.tax bucht ihn derzeit als Aktie – damit landet er in der falschen Anlage (Anlage KAP Zeile 20/23 statt KAP-INV) und im Aktienverlusttopf, und ein Verlust fällt ohne Teilfreistellung zu hoch aus. Lege die Fondsart deshalb fest.
Über den Link im Hinweis kommst du direkt in die Symbol-Klassifizierung und ordnest den Fonds zu. Warum diese Angabe von dir kommen muss, erklärt Fonds & Teilfreistellung. Der Hinweis erscheint, wenn capi.tax den Fonds erkennt – bei Interactive Brokers über ISIN oder Name. Der Tastytrade-Export enthält diese Angaben nicht; dort nennt capi.tax in einem eigenen Hinweis „Fondsart nicht erkennbar“ die gehandelten Aktien-Symbole, die nicht auf der Liste bekannter ETFs stehen, und du ordnest Fonds unter Anpassungen selbst zu.
Rohstoffprodukt: Einordnung offen. Du hast ein Rohstoffprodukt gehandelt (etwa GLD, SLV, IAU, PPLT, USO, UNG, ein ETC oder ETN). Ob es ein Investmentfonds, ein Anspruch auf Metall oder eine Kapitalforderung ist, ist rechtlich offen. capi.tax rechnet vorläufig: Trusts und Rohstoff-Pools wie einen sonstigen Investmentfonds ohne Teilfreistellung (0 %), ETCs und ETNs als sonstige Kapitalforderung im allgemeinen Verlusttopf (Anlage KAP Zeile 19, ein Verlust auch Zeile 22), Papiere mit einem Namen wie Gold Bullion Securities oder ein Krypto-ETP wie Aktien. Die Symbole stehen im Hinweis. Ordne sie im Tab Anpassungen unter Symbolzuordnung selbst zu – ein Wertpapier mit Lieferanspruch auf Gold etwa als privates Veräußerungsgeschäft – oder kläre die Einordnung mit deinem Steuerberater; deine Zuordnung nimmt das Symbol aus dem Hinweis. Siehe Xetra-Gold & Gold-ETCs.
Privates Veräußerungsgeschäft (§ 23 EStG). Du hast ein Wertpapier mit Lieferanspruch auf Gold gehandelt, etwa Xetra-Gold; capi.tax erkennt es an der ISIN. capi.tax behandelt es als privates Veräußerungsgeschäft (§ 23 EStG, BFH VIII R 35/14): steuerpflichtig nur bei Verkauf innerhalb eines Jahres, in der Anlage SO statt in der Anlage KAP. Das Ergebnis steht im Tab Formulare im Abschnitt „Anlage SO – private Veräußerungsgeschäfte“. Weicht dein Produkt davon ab, ordne das Symbol unter Anpassungen > Symbolzuordnung anders zu. Siehe Xetra-Gold & Gold-ETCs.
Leerverkauf eines Wertpapiers mit Lieferanspruch. Du hast ein Wertpapier mit Lieferanspruch (etwa Xetra-Gold) leer verkauft und später zurückgekauft. capi.tax rechnet das als privates Veräußerungsgeschäft ohne Jahresfrist (§ 23 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 EStG): Der Leerverkauf ist die Veräußerung, der Rückkauf die Anschaffung, und das Ergebnis ist immer steuerpflichtig. In der Verkaufsliste steht es als „Leerverkauf (ohne Frist)“. Leihgebühren für die geliehenen Papiere sind Werbungskosten dieses Geschäfts (§ 23 Abs. 3 S. 1 EStG); sie stehen nicht im Export, capi.tax berücksichtigt sie nicht. Siehe Xetra-Gold und Gold-ETCs.
Fondsart nicht erkennbar. Dein Broker-Export (Tastytrade) enthält weder ISIN noch Instrumentennamen. Die genannten Aktien-Symbole stehen auf keiner unserer Listen; ist eines davon ein ETF, würde es wie eine Aktie ohne Teilfreistellung gerechnet. Ordne Fonds im Tab Anpassungen unter Symbolzuordnung zu. Eine Zuordnung, auch „Aktie“, bestätigt das Symbol.
Fondsart voreingestellt. Für die genannten ETFs hat capi.tax die Fondsart (Aktienfonds, 30 % Teilfreistellung) aus der eigenen Liste voreingestellt. Das ist keine Feststellung: Bei US-Fonds fehlt der Nachweis der Aktienquote (§ 2 Abs. 6 InvStG) oft. Prüfe die Anlagebedingungen und bestätige oder ändere die Zuordnung im Tab Anpassungen.
Futures ohne Kontraktmultiplikator. Der Multiplikator fehlte im Export und wurde mit 1 angesetzt. Bei Futures ist er fast nie 1 – die betroffenen Beträge sind dann deutlich zu niedrig. Prüfe diese Geschäfte besonders sorgfältig.
Rückkauf vor 2024 im Jahr der Zahlung gebucht. Du hast vor 2024 eine Option zurückgekauft, die du in einem Vorjahr geschrieben hattest. capi.tax bucht den Rückkauf wie die Finanzverwaltung im Jahr der Zahlung; der Betrag selbst ist vollständig gerechnet. Der BFH hat für diese Jahre dagegen entschieden, dass der Rückkauf die Prämie im Jahr des Schreibens mindert (VIII R 27/21). Ob du dich darauf berufen willst, klärst du am besten mit einer steuerlichen Beratung – siehe Optionen & Stillhaltergeschäfte.
Ausübung ohne Lieferung des Basiswerts. Du hast bei IBKR eine gekaufte Option ausgeübt, aber am selben Tag keine passende Lieferung der Aktien gefunden. Normalerweise gehört die gezahlte Prämie dann zu den Anschaffungskosten der Aktien (Call) oder mindert ihren Verkaufserlös (Put) (BMF-Schreiben vom 14.05.2025, Rn. 22/29). Ohne Lieferung rechnet capi.tax die Prämie als Verlust aus Termingeschäften. Prüfe, ob die Aktienbuchung in deiner Datei fehlt – etwa weil sie in einem anderen Konto gebucht wurde – oder unter einem anderen Symbol steht. Eine Flex Query nennt die Kennung des Basiswerts; damit ordnet capi.tax auch abweichende Symbole zu.
Ausübung eines Optionsscheins ohne Lieferung. Du hast bei IBKR einen Optionsschein ausgeübt, aber in deiner Datei steht am selben Tag keine Lieferung des Basiswerts (oder die Ausübung lief über einen Barbetrag oder eine Short-Position). capi.tax bucht den Optionsschein dann zum Kurs aus der Datei aus; bei 0 € steht sein ganzer Kaufpreis als Verlust im allgemeinen Verlusttopf (Zeile 19 und 22). Steht die Lieferung in der Datei, rechnet capi.tax den Kaufpreis automatisch den gelieferten Aktien zu (BMF-Schreiben vom 14.05.2025, Rn. 86). Bei Lieferung etwa von Gold kann stattdessen eine steuerpflichtige Einlösung vorliegen (BFH VIII R 5/24). Prüfe die Ausübung und korrigiere das Ergebnis bei Bedarf.
Verfall eines Optionsscheins oder Zertifikats. Ein Optionsschein oder Zertifikat ist wertlos verfallen, in einem Steuerjahr vor 2022. Für 2022 bis 2024 trägt capi.tax einen solchen Verlust nach der Anleitung zur Anlage KAP nur in Zeile 25 ein. Für frühere Jahre hat capi.tax die Zeile nicht geprüft und weist den Verlust im allgemeinen Verlusttopf aus (Zeile 19 und 22). Die Steuer ändert sich dadurch nicht. Prüfe in der Anleitung zur Anlage KAP des Jahres, in welche Zeile der Verlust gehört – er gehört nur in eine. Siehe Anlage KAP ausfüllen.
Bestand aus Vorjahren nicht übernommen. Für das genannte Wertpapier passt die aus deinen Dateien errechnete Stückzahl nicht zum Bestand laut Broker (angezeigt als „Dateien / Broker“) – meist beginnt die Historie zu spät, ein Jahr fehlt oder ein Split oder Depotübertrag ist nicht enthalten. capi.tax übernimmt dann nichts und rechnet wie ohne Vorjahre. Lade die fehlenden Jahre hoch oder trage die Eröffnung selbst nach – siehe Vorjahre mit hochladen. LYNX- oder CapTrader-Konto mit neuer Kontonummer seit 2021: siehe LYNX.
Historie nicht prüfbar. Deine Dateien enthalten Käufe aus Vorjahren, aber capi.tax kann nicht prüfen, ob die Historie vollständig ist: Bei IBKR fehlt der Abschnitt „Offene Positionen“, bei Tastytrade die Bestätigung, dass deine Dateien bis zur Kontoeröffnung zurückreichen. Es wurde nichts übernommen.
Jahr in mehreren Dateien. Ein Jahr steht in mehr als einer Datei. capi.tax liest jedes Jahr nur aus einer Datei – der mit mehr Zeilen –, damit nichts doppelt zählt. Prüfe, ob das die vollständige ist.
Jahr fehlt. Zwischen deiner frühesten Datei und dem Steuerjahr fehlt ein Jahr. Ohne lückenlose Historie übernimmt capi.tax keinen Bestand aus Vorjahren.
Negative Zinsbuchung nicht eindeutig. Eine negative Buchung im Zinsabschnitt deines IBKR-Kontoauszugs ist weder als Sollzinsen noch als gezahlte Stückzinsen erkennbar – etwa die Korrektur einer Zinsgutschrift oder ein Negativzins auf ein Guthaben. capi.tax zieht sie wie Sollzinsen nicht ab (§ 20 Abs. 9 EStG). Sieh dir die genannte Buchung in deinem Auszug an: Ist es ein Negativzins oder Verwahrentgelt, bleibt es dabei. Ist es die Rückbuchung einer zu hohen Zinsgutschrift oder beim Anleihekauf gezahlte Stückzinsen, mindert der Betrag deine Zinsen – ziehe ihn dann selbst von Zeile 19 ab. Siehe Zinsen.
Abweichender deutscher Steuerabzug. Auf die Dividende einer deutschen Aktie wurde deutsche Steuer einbehalten, aber nicht die üblichen 26,375 % (25 % Kapitalertragsteuer plus Solidaritätszuschlag). Stornos und Neubuchungen hat capi.tax bereits verrechnet; typische Ursachen sind ein fehlender Solidaritätszuschlag, zusätzlich einbehaltene Kirchensteuer oder eine Steuerbuchung in einem anderen Jahr als die Dividende. Ob die Steuer damit abgegolten ist, lässt sich so nicht sagen. capi.tax berücksichtigt Dividende und Steuer deshalb in keiner Zeile und zeigt sie im Reiter Formulare im Abschnitt Dividenden deutscher Aktien – mit dem tatsächlich einbehaltenen Betrag. Vergleiche Dividende und Steuer mit deinem Auszug und kläre mit einer steuerlichen Beratung, ob und wo du sie einträgst. Siehe Dividenden deutscher Aktien.
Dezemberzinsen im Auszug des Folgejahres. IBKR schreibt die Zinsen für Dezember erst Anfang Januar gut; steuerlich gehören sie noch zum Steuerjahr (§ 11 Abs. 1 S. 2 EStG). Deine Dateien reichen nicht bis zum 10. Januar des Folgejahres, deshalb fehlen sie. Lade zusätzlich einen Kontoauszug des Folgejahres hoch, der mindestens bis zum 10. Januar reicht – capi.tax übernimmt daraus nur die Dezemberzinsen. Siehe Zinsen.
Leerverkauf einer Anleihe übersprungen. Du hast bei IBKR eine Anleihe leer verkauft (Verkauf zur Eröffnung, Kauf zur Schließung). Dem Verleiher schuldest du dabei Kupons und Stückzinsen, die im Export nicht bei der Position stehen; capi.tax lässt beide Geschäfte deshalb aus. Ermittle Gewinn oder Verlust selbst und addiere ihn zu den Werten von capi.tax: Er gehört in Zeile 19, ein Verlust zusätzlich in Zeile 22. Siehe Anleihen und Stückzinsen.
Kapitalmaßnahme bei einer Anleihe nicht zugeordnet. Eine Kapitalmaßnahme bei einer Anleihe – meist die Rückzahlung bei Fälligkeit – ließ sich keiner Anleihe zuordnen. Die Anleihe bleibt deshalb offen, ohne Gewinn oder Verlust. Bei einer Rückzahlung im Kontoauszug (CSV) fehlt meist der Abschnitt Finanzinstrument-Informationen (Financial Instrument Information): Erzeuge den Auszug mit allen Abschnitten neu. Bleibt der Hinweis trotzdem, lade eine Flex Query hoch – sie nennt die Anleihe direkt. Bei einem Umtausch in Aktien oder einem Ausfall ermittelst du das Ergebnis selbst. Siehe Anleihen und Stückzinsen.
Stückzinsen keinem Verkauf zugeordnet. Eine beim Anleiheverkauf erhaltene Stückzins-Buchung ließ sich keinem Verkauf eindeutig zuordnen – etwa weil du dieselbe Anleihe am selben Tag zweimal verkauft hast. capi.tax zählt sie als Zinsen. Zeile 19 und die Steuer stimmen; nur bei einer mit Verlust verkauften Anleihe zeigt Zeile 22 den Verlust vor Abzug der Stückzinsen. Ziehe die Stückzinsen dann selbst vom Betrag in Zeile 22 ab. Siehe Anleihen und Stückzinsen.
Sitzland des Emittenten abgeleitet. Bei einer Anleihe oder einem Optionsschein steht das Sitzland des Emittenten nicht in deiner Datei. capi.tax hat es aus der ISIN abgeleitet: Beginnt sie mit DE, gilt der Emittent als deutsch (Zeile 18), sonst als ausländisch (Zeile 19). Die ISIN gibt den Sitz nicht sicher an – ein deutscher Emittent kann eine XS-ISIN haben, und ausländische Banken geben Optionsscheine mit DE-ISIN aus. Prüfe den Emittenten und verschiebe den Betrag bei Bedarf zwischen Zeile 18 und 19; die Steuer ändert sich nicht. Eine Flex Query enthält das Sitzland.
Quellensteuer ohne verifizierten Satz. Für die Quellensteuer eines Landes gibt es keinen verifizierten anrechenbaren Satz – das Land steht nicht in der BZSt-Übersicht (zum Beispiel Brasilien oder Hongkong) oder gilt nur unter Vorbehalt (chinesische A-Aktien). capi.tax setzt höchstens 25 % des Ertrags an. Die Anrechnung ist nur möglich, soweit die ausländische Steuer der deutschen Einkommensteuer entspricht – prüfe das, bevor du den Betrag in Zeile 41 einträgst. Bei Zinsen aus Italien ist umstritten, ob die italienische Steuer für in Deutschland Ansässige ganz erstattungsfähig und damit nicht anrechenbar ist; capi.tax setzt den BZSt-Satz von 10 % an und kennzeichnet die Anrechnung ebenfalls als ungeprüft. Siehe Quellensteuer.
Kuponsteuer keinem Kupon zugeordnet. Quellensteuer auf den Kupon einer Anleihe ließ sich keiner Kuponzahlung dieses Jahres zuordnen. capi.tax ordnet Steuer und Kupon über die ISIN zu; der IBKR-Kontoauszug (CSV) enthält sie bei Zinsen nicht, eine Flex Query mit dem Abschnitt Cash Transactions schon. Die Steuer ist mit 0 € angesetzt. Anrechenbar ist Quellensteuer auf Zinsen nur bis zum Zinssatz des jeweiligen DBA, bei vielen Staaten (zum Beispiel USA) 0 % (§ 32d Abs. 5 EStG). Prüfe anhand deines Auszugs, zu welchem Kupon die Steuer gehört. Siehe Quellensteuer auf Zinsen.
Quellensteuer-Korrektur zu einer Vorjahresdividende. Für ein Wertpapier gibt es eine Quellensteuer-Buchung (Erstattung oder Nachbelastung), die zu keiner Dividende dieses Jahres gehört – etwa weil IBKR die Steuer auf eine Dividende des Vorjahres nachträglich korrigiert hat. Eine solche Korrektur gehört zum Jahr der Dividende (§ 32d Abs. 5 EStG). capi.tax rechnet sie deshalb in diesem Jahr nicht an und zählt sie auch nicht zur einbehaltenen Quellensteuer. Der Hinweis nennt Wertpapier und Buchungstag. Eine Erstattung mindert die anrechenbare Steuer des Dividendenjahres, eine Nachbelastung erhöht sie höchstens bis zum DBA-Satz; der Bescheid jenes Jahres kann dafür geändert werden (§ 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO entsprechend). Siehe Quellensteuer.
Eigene Eröffnungsposition verwendet. Für das Wertpapier hast du selbst eine Eröffnungsposition angelegt. Sie hat Vorrang; der Kauf aus der Vorjahresdatei wird nicht zusätzlich verwendet, damit nichts doppelt zählt.
Was du damit machst
- Kasten aufklappen und durchlesen. Er ist eingeklappt, aber nicht versteckt.
- Betroffene Zeilen im Broker-Export nachschlagen. Die Beispiele nennen dir Datum und Bezeichnung.
- Ergänzen, wo capi.tax dich fragt. Fondsart und falsche Kategorien korrigierst du im Tab Anpassungen; danach wird sofort neu gerechnet.
- Den Rest bewusst mitnehmen. Für Übersprungenes, das capi.tax nicht rechnen kann – Krypto etwa –, bleibt der Vorgang deine Sache in der Steuererklärung.
Keine Hinweise – und jetzt?
Dann konnte capi.tax jede Zeile deiner Datei zuordnen. Das heißt nicht, dass das Ergebnis automatisch vollständig ist: Ein Verkauf ohne passenden Kauf taucht nicht hier auf, sondern im Prüfpfad als nicht zugeordnet. Ein Blick dorthin lohnt sich immer.
Eine Lücke gibt es ohne jeden Hinweis: Das IBKR-Activity-Statement als CSV liest aus dem Abschnitt zu Kapitalmaßnahmen nur die Rückzahlung von Anleihen – auch Splits werden dort nicht angewendet. Hattest du Splits, Spin-offs oder Fusionen, steht dazu hier nichts – erfasse Spin-offs und Fusionen im Reiter Anpassungen, prüfe die übrigen betroffenen Wertpapiere selbst oder nutze die Flex Query als XML, die solche Fälle wenigstens meldet. Siehe Kapitalmaßnahmen.