Anlage KAP, KAP-INV & SO
Hast du ein Depot bei Interactive Brokers, Tastytrade oder DEGIRO, trägst du deine Kapitalerträge in der Anlage KAP fast vollständig in Zeile 19 ein, Aktiengewinne und -verluste zusätzlich in Zeile 20 und 23, die übrigen Verluste in Zeile 22 und die anrechenbare Quellensteuer in Zeile 41. Fonds und ETFs gehören nicht dorthin, sondern in die Anlage KAP-INV. Für die Jahre 2021 bis 2024 kommen bei Optionen noch Zeile 21 und 24 dazu. Dividenden deutscher Aktien mit deutschem Steuerabzug stehen in keiner Zeile – siehe Dividenden deutscher Aktien.
Der Grund für den ganzen Aufwand: Ein deutscher Broker behält die Steuer ein, damit ist sie in der Regel abgegolten. Interactive Brokers, Tastytrade und DEGIRO tun das nicht. Weil kein deutscher Steuerabzug stattgefunden hat, musst du diese Erträge selbst erklären (§ 32d Abs. 3 EStG).
Welche Anlage für welchen Ertrag?
| Ertrag | Anlage |
|---|---|
| Zinsen, Dividenden von Einzelaktien, Aktiengewinne und -verluste | Anlage KAP |
| Optionen, Futures, Stillhalterprämien | Anlage KAP |
| Ausschüttungen, Vorabpauschale und Verkaufsgewinne von Fonds und ETFs | Anlage KAP-INV |
| Anrechenbare ausländische Quellensteuer (auch auf Fondsausschüttungen) | Anlage KAP |
| Gewinne aus unverzinstem Fremdwährungsguthaben, Gold-Wertpapiere mit Lieferanspruch (Xetra-Gold), direkt gehaltene Kryptowerte | Anlage SO |
| Gewinne aus verzinstem Fremdwährungsguthaben (nach Auffassung der Finanzverwaltung, umstritten) | Anlage KAP |
Hast du nur Fonds, bleibt Zeile 19 bei 0,00 € – die Anlage KAP gibst du trotzdem ab: Dort stehen der Antrag auf Günstigerprüfung, die Kirchensteuer und die Quellensteuer. Bei Zusammenveranlagung gibt jede Person eine eigene Anlage KAP für ihre eigenen Konten ab; Erträge aus einem Gemeinschaftskonto werden in der Regel je zur Hälfte zugerechnet.
Welche Zeilen der Anlage KAP bleiben leer?
Die Anlage KAP hat zwei Blöcke für Erträge: einen für Erträge, die dem inländischen Steuerabzug unterlegen haben (Zeilen 7 bis 15), und einen für Erträge ohne deutschen Steuerabzug (ab Zeile 18). Dazwischen nehmen die Zeilen 16 und 17 den Sparer-Pauschbetrag auf. Bei einem reinen Auslandsdepot bleiben die Ertragszeilen des ersten Blocks meist leer – Ausnahme sind Dividenden deutscher Aktien, die du wegen Günstigerprüfung oder Kirchensteuer in Zeile 7 erklärst (siehe Dividenden deutscher Aktien). Zeile 18 (inländische Kapitalerträge) ist in der Regel 0; ob ein Ertrag inländisch ist, richtet sich aber nach dem Schuldner, nicht nach dem Broker (§ 34d Nr. 6 EStG). capi.tax trägt Gewinne, Kupons und Stückzinsen von Anleihen deutscher Emittenten in Zeile 18 ein – siehe Anleihen und Stückzinsen. Dividenden deutscher Aktien sind meist schon mit deutscher Kapitalertragsteuer abgegolten und stehen in keiner Zeile; nur ohne deutschen Steuerabzug trägt capi.tax sie in Zeile 18 ein – siehe Dividenden deutscher Aktien.
Den Sparer-Pauschbetrag (§ 20 Abs. 9 EStG; ab 2023 1.000 €, zusammen veranlagt 2.000 €; für 2021 und 2022 801 € bzw. 1.602 €) ziehst du nicht selbst von deinen Erträgen ab. Hat eine deutsche Bank ihn über einen Freistellungsauftrag schon ganz oder teilweise genutzt, gibst du den genutzten Betrag nach der amtlichen Anleitung an: in Zeile 16 den Betrag, der auf Erträge in den Zeilen 7 bis 15 entfällt, in Zeile 17 den Betrag, der auf Erträge entfällt, die nicht in der Anlage KAP erklärt werden (gegebenenfalls 0). Zeile 17 ist auszufüllen, sobald in den Zeilen 18 bis 27 oder in der Anlage KAP-INV Beträge stehen – dann gegebenenfalls mit 0. Hast du die Günstigerprüfung (Zeile 4) beantragt, füllst du sie nicht aus. capi.tax gibt für die Zeilen 16 und 17 keine Werte aus; du ermittelst sie aus deiner eigenen Freistellungsauftrags-Situation. Den Rest berücksichtigt das Finanzamt. Nutzt bei Zusammenveranlagung eine Person ihren Anteil nicht aus, wird er auf die andere übertragen (§ 20 Abs. 9 S. 3 EStG).
Anlage KAP 2025: welche Zeile für welchen Betrag?
Mit dem Jahressteuergesetz 2024 ist der Sondertopf für Termingeschäfte (§ 20 Abs. 6 S. 5 EStG a. F.) entfallen, und mit ihm die eigenen Options-Zeilen: Die Zeilen 21, 24 und 25 sind im Formular 2025 entfallen („frei“), nichts wurde umnummeriert. Die Zeilen 14 und 15 bleiben; sie nehmen nur Verluste auf, die eine deutsche Bank bescheinigt hat, und bleiben bei einem Auslandsdepot leer. Die Anlage KAP, die du 2026 abgibst, ist die für das Steuerjahr 2025 – ihre Zeilen stehen hier. Die Vordrucke für das Steuerjahr 2026 (Abgabe 2027) hat capi.tax noch nicht gegen die Zeilennummern unten geprüft. So ordnet capi.tax deine Zahlen für das Steuerjahr 2025 zu:
- Zeile 19 – Ausländische Kapitalerträge: der Gesamtbetrag aller Erträge ohne deutschen Steuerabzug. Er setzt sich zusammen aus Zinsen, Bruttodividenden (vor Quellensteuer), dem Saldo aus Optionen und Futures, dem Saldo aus Aktienverkäufen, dem Saldo aus Verkauf und Rückzahlung von Anleihen, dem Saldo aus sonstigen Kapitalforderungen (etwa ETCs und ETNs ohne Lieferanspruch) und dem Währungsergebnis aus verzinstem Fremdwährungsguthaben (§ 20 EStG). Fondserträge und private Veräußerungsgeschäfte (§ 23 EStG) gehören nicht dazu.
- Zeile 20 – darin enthaltene Gewinne aus Aktienveräußerungen: nur die Gewinne aus Aktienverkäufen. Sie stecken schon in Zeile 19.
- Zeile 22 – darin enthaltene Verluste ohne Aktienverluste: alle Verluste aus Optionen und Futures, auch aus verkauften Optionen (Stillhaltergeschäften), und Verluste aus Anleihen, aus sonstigen Kapitalforderungen (ETCs und ETNs ohne Lieferanspruch) und aus verzinstem Fremdwährungsguthaben – siehe Anleihen.
- Zeile 23 – darin enthaltene Verluste aus Aktienveräußerungen: alle Verluste aus Aktienverkäufen, als positiver Betrag. Verluste aus der wertlosen Ausbuchung von Aktien stehen nach dem BMF-Schreiben vom 14.05.2025 (§ 20 Abs. 6 S. 4 EStG) nicht in Zeile 22, sondern zusätzlich in Zeile 23.
Wichtig: capi.tax erkennt wertlose Ausbuchungen von Aktien nicht automatisch; du trägst sie selbst in Zeile 19 und Zeile 23 ein.
- Zeile 41 – anrechenbare noch nicht angerechnete ausländische Steuern: die Quellensteuer, die du nach dem Doppelbesteuerungsabkommen anrechnen darfst, nicht unbedingt die einbehaltene (§ 32d Abs. 5 EStG). Auch die anrechenbare Steuer auf Fondsausschüttungen steht hier; das Finanzamt begrenzt die Anrechnung später auf deine deutsche Steuer, du trägst trotzdem die volle Summe ein. Mehr unter Quellensteuer.
- Zeile 42 – fiktive ausländische Quellensteuer: Steuer, die Deutschland nach dem DBA anrechnet, obwohl sie nicht einbehalten wurde (§ 32d Abs. 5 S. 2 EStG), bei capi.tax derzeit für Zinsen aus Portugal. Die Zeile erscheint nur, wenn es einen Betrag gibt.
„Darin enthalten“ ist der Kern: Zeile 19 ist ein Saldo aus allen Erträgen, Gewinnen und Verlusten. Zeile 20, 22 und 23 sind dagegen unsaldierte Bestandteile davon – Gewinne und Verluste getrennt, keine zusätzlichen Beträge. Das Finanzamt braucht sie getrennt, weil Aktienverluste nur mit Aktiengewinnen verrechnet werden dürfen (§ 20 Abs. 6 S. 4 EStG). Ist Zeile 20 größer als Zeile 18 und 19 zusammen, kann ELSTER das Formular als unplausibel zurückweisen – auch deshalb zählt capi.tax Aktiengewinne in Zeile 19 mit.
Anlage KAP 2021 bis 2024: die Zeilen für Optionen
Für die Steuerjahre 2021 bis 2024 hat das Formular zusätzliche Zeilen für Termingeschäfte (Zeile 21 und 24) und für Forderungsausfälle (Zeile 25). Zeile 19, 20, 23 und 41 bleiben wie oben, aber Optionen verteilen sich anders:
- Zeile 21 – Stillhalterprämien und Gewinne aus Termingeschäften: alle Gewinne aus Optionen und Futures. Sie sind zusätzlich auch in Zeile 19 enthalten.
- Zeile 22 – Verluste ohne Aktien- und ohne Termingeschäftsverluste: bei einem Auslandsdepot vor allem der Verlust aus einer verkauften Option, die du teurer zurückgekauft hast, und Verluste aus Anleihen, aus sonstigen Kapitalforderungen (ETCs und ETNs ohne Lieferanspruch) und aus verzinstem Fremdwährungsguthaben. Ein Stillhaltergeschäft ist kein Termingeschäft (BMF-Schreiben vom 19.05.2022, BStBl I 2022, 742, inzwischen ersetzt durch das BMF-Schreiben vom 14.05.2025) und gehört deshalb nicht in Zeile 24 (Ausnahme: bar abgerechnete Optionen, siehe unten).
- Zeile 24 – Verluste aus Termingeschäften: Verluste aus gekauften Optionen und Futures. Nach der amtlichen Anleitung (2023 und 2024) stehen sie ausschließlich hier – also nicht in Zeile 19, anders als alle anderen Verluste. Für 2021 und 2022 ergibt sich dasselbe aus dem Aufbau des Formulars.
- Zeile 25 – Verluste aus Forderungsausfall und wertloser Ausbuchung: ein eigener Posten, weder in Zeile 19 noch in Zeile 22 enthalten. Nach der amtlichen Anleitung (2022 bis 2024) gehören auch Verluste aus dem Verfall von Optionsscheinen und Zertifikaten hierher. capi.tax trägt den Verlust aus einem wertlos verfallenen Optionsschein oder Zertifikat für diese Jahre nur in Zeile 25 ein (bei IBKR am Verfall-Code „Ep“ erkannt). Die Steuer ändert das nicht: Der Verlust wird weiter im allgemeinen Verlusttopf verrechnet. Für 2021 bleibt er in Zeile 19 und 22, mit einem Hinweis. Verkaufst du den Optionsschein vor dem Verfall noch zu einem kleinen Kurs, ist das ein Verkauf (Zeile 19 und 22). Andere Forderungsausfälle, etwa eine ausgefallene Anleihe, erkennt capi.tax nicht; die trägst du selbst ein. Der Verlust aus einer wertlos verfallenen gekauften Option steht dagegen als Termingeschäftsverlust in Zeile 24 (2025: in Zeile 22), nicht in Zeile 25.
Die 20.000-€-Grenze für Termingeschäftsverluste wendet capi.tax auch für diese Jahre nicht an: Das Jahressteuergesetz 2024 hat sie für alle noch offenen Fälle aufgehoben. Details stehen unter Verlustverrechnung.
Wird dir als Stillhalter eine bar abgerechnete Option (etwa eine Index-Option) im Geld zugeteilt, ist der Barausgleich ein Termingeschäftsverlust (BFH VIII R 55/13). capi.tax erkennt ihn (Tastytrade „Cash Settled Exercise“, IBKR-Zuordnung ohne Aktienlieferung) und bucht ihn getrennt von der erhaltenen Prämie, ohne beides zu saldieren: Die Prämie steht wie jede Stillhalterprämie in Zeile 21 und 19, der Barausgleich für 2021 bis 2024 als Verlust in Zeile 24 (nicht in Zeile 19). Ab 2025 mindert er Zeile 19 und steht zusätzlich in Zeile 22.
Rechenbeispiel: dieselben Geschäfte in 2024 und 2025
Angenommen, dein Jahr bei einem US-Broker sieht so aus (alle Werte schon in Euro umgerechnet, Beispielwerte):
- Zinsen: 120,00 €
- Dividenden brutto: 800,00 €, davon 120,00 € US-Quellensteuer (15 %) einbehalten
- Aktienverkäufe: Gewinne 3.000,00 €, Verluste 1.200,00 €
- Verkaufte Optionen: Gewinne 2.500,00 €, ein Verlust von 400,00 €
- Gekaufte Optionen: ein Verlust von 700,00 €
| Zeile | Steuerjahr 2024 | Steuerjahr 2025 |
|---|---|---|
| 19 | 4.820,00 € | 4.120,00 € |
| 20 | 3.000,00 € | 3.000,00 € |
| 21 | 2.500,00 € | – |
| 22 | 400,00 € | 1.100,00 € |
| 23 | 1.200,00 € | 1.200,00 € |
| 24 | 700,00 € | – |
| 41 | 120,00 € | 120,00 € |
So kommt Zeile 19 zustande:
- 2024: 120 + 800 + (3.000 − 1.200) + (2.500 − 400) = 4.820,00 €. Der Verlust aus der gekauften Option (700 €) steht nur in Zeile 24.
- 2025: 120 + 800 + (3.000 − 1.200) + (2.500 − 400 − 700) = 4.120,00 €. Beide Optionsverluste stehen zusätzlich in Zeile 22: 400 + 700 = 1.100,00 €.
Anlage KAP-INV: Fonds und ETFs
Erträge aus Investmentfonds ohne deutschen Steuerabzug gehören in die Anlage KAP-INV – auch bei vielen US-ETFs, denn sie sind in der Regel Investmentfonds im Sinne des InvStG. Die Zeile verrät dem Finanzamt die Fondsart, und daraus zieht es die Teilfreistellung selbst ab. Deshalb trägst du Bruttobeträge ein. Würdest du einen Aktienfonds-Gewinn von 1.000 € schon gekürzt als 700 € eintragen, würde das Finanzamt erneut 30 % abziehen und nur 490 € versteuern.
| Fondsart (Teilfreistellung) | Ausschüttungen | Vorabpauschale | Veräußerung |
|---|---|---|---|
| Aktienfonds (30 %) | Zeile 4 | Zeile 9 | Zeile 14 |
| Mischfonds (15 %) | Zeile 5 | Zeile 10 | Zeile 17 |
| Immobilienfonds (60 %) | Zeile 6 | Zeile 11 | Zeile 20 |
| Auslands-Immobilienfonds (80 %) | Zeile 7 | Zeile 12 | Zeile 23 |
| Sonstige Fonds (0 %) | Zeile 8 | Zeile 13 | Zeile 26 |
In den Veräußerungszeilen steht je Fondsart ein Saldo aus Gewinnen und Verlusten. Ein Verlust steht mit Minuszeichen in der Zeile und wird auch so eingetragen – anders als die Verlustzeilen der Anlage KAP, die ohne Vorzeichen eingetragen werden.
Wichtig: Altanteile, die vor dem 01.01.2018 gekauft wurden, bildet capi.tax nicht ab. Sie gelten als zum 01.01.2018 neu angeschafft, und zwar zum Rücknahmepreis vom 31.12.2017 (§ 56 Abs. 2 S. 2, Abs. 3 InvStG). Der fiktive Gewinn bis Ende 2017 gehört bei einem Verkauf in eine eigene Zeile (bei Aktienfonds Zeile 16); für Anteile, die schon vor 2009 gekauft wurden, gibt es zusätzlich einen Freibetrag von 100.000 € (bei Aktienfonds Zeile 15). capi.tax rechnet dagegen mit den tatsächlichen Anschaffungskosten – für solche Anteile ist der Wert in der Veräußerungszeile dann falsch, und du musst ihn selbst ermitteln.
Die Vorabpauschale eines Jahres gehört erst in die Erklärung des Folgejahres, siehe Vorabpauschale.
Wertlos gewordene Fondsanteile trägst du nicht in der Anlage KAP-INV ein. Nach der Anleitung zur KAP-INV (2023, 2025) gibst du sie auf dem formlosen Blatt „Ergänzende Angaben zur Steuererklärung“ an und trägst in der Einkommensteuererklärung (Mantelbogen ESt 1 A) in Zeile 37 eine 1 ein. capi.tax gibt dafür keine Werte aus.
Welche Fondsart gilt, steht nicht in den Broker-Daten. Du legst sie in capi.tax unter Anpassungen in der Symbolzuordnung fest.
Wichtig: Fehlt sie, rechnet capi.tax den Fonds ersatzweise wie eine Aktie, und seine Erträge landen in der Anlage KAP statt in der KAP-INV. Das ist kein gleichwertiger Ersatz, sondern ein Fehlerzustand: Die Teilfreistellung geht verloren, Verluste landen fälschlich im Aktienverlusttopf (ein Fonds ist keine Aktie im Sinne von § 20 Abs. 6 S. 4 EStG), und eine Vorabpauschale fehlt. Ordne jeden Fonds zu, bevor du Werte überträgst.
Wann brauchst du die Anlage SO?
Aktien, Optionen und Fonds gehören nie in die Anlage SO. Sie betrifft private Veräußerungsgeschäfte mit anderen Wirtschaftsgütern (§ 23 EStG), mit Auslandsbroker vor allem drei Fälle:
- Unverzinstes Fremdwährungsguthaben: Dollar, die du auf dem Konto hältst und innerhalb eines Jahres mit Gewinn in Euro oder eine andere Währung tauschst. Für verzinstes Guthaben sieht die Finanzverwaltung stattdessen Kapitaleinkünfte in der Anlage KAP vor; das ist umstritten. Siehe Währungsgewinne.
- Gold-Wertpapiere mit Lieferanspruch wie Xetra-Gold, die du innerhalb eines Jahres verkaufst. Siehe Xetra-Gold & Gold-ETCs.
- Kryptowerte, die du direkt hältst und innerhalb eines Jahres verkaufst.
Es gilt eine Freigrenze von 1.000 € (ab 2024, davor 600 €) für alle privaten Veräußerungsgeschäfte des Jahres zusammen (§ 23 Abs. 3 S. 5 EStG). Sie ist Alles-oder-nichts: Bei 999,99 € Gewinn bleibt alles steuerfrei, ab 1.000 € ist der volle Betrag steuerpflichtig.
So zeigt capi.tax die Werte für die Anlage SO: Im Tab Formulare fasst der Abschnitt „Anlage SO – private Veräußerungsgeschäfte (§ 23 EStG)“ das Ergebnis aus unverzinstem Fremdwährungsguthaben und aus Gold-Wertpapieren mit Lieferanspruch zusammen, mit einer Freigrenze für beide. Für 2024 und 2025 nennt er die Zeile und den Betrag: das Gesamtergebnis vor der Freigrenze, auch ein Verlust, in der Zeile für weitere Veräußerungen laut gesonderter Aufstellung (2024 Zeile 55, 2025 Zeile 59, Kennzahl 116, Ehefrau / Person B: 117). Die Freigrenze wendet das Finanzamt an. Die Verkaufsliste ist die gesonderte Aufstellung; Zeile und Liste stehen auch im Export. capi.tax füllt kein Formular aus und übermittelt nichts – die Werte überträgst du selbst. Siehe Xetra-Gold & Gold-ETCs.
Währungsgewinne berechnet capi.tax nur für Interactive Brokers (auch LYNX und CapTrader). Der Abschnitt „Währungsgewinne“ zeigt sie je Währung; das Ergebnis aus verzinstem Guthaben (§ 20) steckt bereits in den Zeilen 19 und 22 der Anlage KAP. Für Tastytrade und DEGIRO berechnet capi.tax keine Währungsgewinne. Gold-Wertpapiere mit Lieferanspruch erkennt capi.tax nur an der ISIN aus einer kurzen Liste (Xetra-Gold, EUWAX Gold II), also bei Interactive Brokers und DEGIRO. Der Tastytrade-Export enthält keine ISIN. Dort, und für jedes andere Produkt mit Lieferanspruch, ordnest du das Symbol unter Anpassungen in der Symbolzuordnung „Privates Veräußerungsgeschäft (§ 23 EStG, z. B. Xetra-Gold)“ zu. Direkt gehaltene Kryptowerte unterstützt capi.tax nicht: Krypto-Trades im Tastytrade-Export werden übersprungen, dazu bekommst du einen Hinweis zur Verarbeitung. Was capi.tax nicht berechnet (etwa Krypto oder andere Depots), ist in der Summe nicht enthalten, zählt aber für die Freigrenze mit.
Wo findest du die Werte in capi.tax?
Im Ergebnis öffnest du den Reiter Formulare. Dort stehen die Werte je Zeile für das Steuerjahr, das du gewählt hast, darunter die Abschnitte Anlage KAP-INV und Anlage SO – private Veräußerungsgeschäfte. Jede Zahl lässt sich im Prüfpfad bis zur Zeile deines Broker-Exports zurückverfolgen, siehe Export. Steuerjahre vor 2021 bietet capi.tax nicht an, weil deren Zeilennummern nicht geprüft sind.
Weiterführende Fragen
- Muss ich Zeile 20 zusätzlich zu Zeile 19 versteuern?
- Trage ich die Dividende brutto oder netto ein?
- Gelten die Zeilennummern auch für spätere Jahre?
Siehe auch: Wie diese Zahlen zustande kommen und geprüft werden: Methodik & Quellen.