Quellensteuer bei Interactive Brokers & Tastytrade anrechnen
Auf ausländische Dividenden behält der Quellenstaat meist sofort Steuer ein – bei US-Aktien 15 % mit gültigem W-8BEN. Diese Quellensteuer kannst du in Deutschland auf deine Abgeltungsteuer anrechnen lassen, aber nur bis zum Satz des Doppelbesteuerungsabkommens (DBA) und höchstens 25 % je Ertrag (§ 32d Abs. 5 EStG). Weil Interactive Brokers, Tastytrade und DEGIRO keine deutsche Steuerbescheinigung ausstellen, trägst du den anrechenbaren Betrag selbst in die Anlage KAP, Zeile 41 ein.
Diese Seite zeigt, wie viel davon anrechenbar ist, was du im Ausland zurückfordern musst, wie die Quellensteuer in deinem Broker-Export aussieht und wie capi.tax sie aufbereitet.
Wie funktioniert die Anrechnung der Quellensteuer?
Eine ausländische Dividende wird zweimal besteuert: im Quellenstaat durch den Steuerabzug und in Deutschland mit 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag. Damit das nicht doppelt belastet, zieht das Finanzamt die ausländische Steuer von deiner deutschen Steuer ab. Drei Grenzen gelten dabei:
- DBA-Satz: Anrechenbar ist nur, was der Quellenstaat nach dem DBA behalten darf. Was er darüber hinaus einbehält, musst du dir im Quellenstaat zurückholen (§ 32d Abs. 5 S. 1 EStG: die ausländische Steuer wird um einen „entstandenen Ermäßigungsanspruch gekürzt").
- 25 % je Ertrag: Mehr als 25 % ausländische Steuer auf den einzelnen Kapitalertrag werden nie angerechnet (§ 32d Abs. 5 S. 1 EStG).
- Deutsche Steuer auf die ausländischen Erträge: Angerechnet wird höchstens so viel deutsche Steuer, wie auf die ausländischen Kapitalerträge des Jahres entfällt (§ 32d Abs. 5 S. 3 EStG). Was darüber hinausgeht, verfällt – es wird weder erstattet noch vorgetragen.
Die dritte Grenze wird wichtig, wenn Verluste oder der Sparer-Pauschbetrag deine deutsche Steuer drücken. Dann kann ein Teil der Quellensteuer ungenutzt bleiben. Diese Begrenzung nimmt das Finanzamt bei der Veranlagung vor: In Zeile 41 trägst du trotzdem die Summe der je Ertrag begrenzten Beträge ein – capi.tax kürzt sie nicht um die deutsche Steuer.
Die Dividende selbst gibst du brutto an, also vor Abzug der Quellensteuer. Die Quellensteuer ist kein Abzugsposten vom Ertrag, sondern wird erst auf die Steuer angerechnet.
US-Quellensteuer auf Dividenden: 15 % oder 30 %?
Die USA behalten auf Dividenden grundsätzlich 30 % ein. Hast du dem Broker ein gültiges Formular W-8BEN gegeben, sinkt der Satz auf die 15 % aus Art. 10 DBA-USA. Beide Broker fragen das W-8BEN in der Regel schon bei der Kontoeröffnung ab; es muss nach einigen Jahren erneuert werden.
- Mit W-8BEN: 15 % einbehalten, 15 % anrechenbar – nichts weiter zu tun.
- Ohne W-8BEN: 30 % einbehalten, aber nur 15 % anrechenbar. Die übrigen 15 % bekommst du nicht über die deutsche Steuererklärung zurück, sondern nur über ein Erstattungsverfahren bei der US-Steuerbehörde. Das ist aufwendig; für die Zukunft hilft vor allem, das W-8BEN zu aktualisieren.
Auf Zinsen – etwa aus deinem Cash-Guthaben beim Broker – behalten die USA bei Privatanlegern mit W-8BEN normalerweise nichts ein. Wird doch etwas einbehalten, ist es nach Art. 11 DBA-USA in Deutschland nicht anrechenbar. Auch auf Kursgewinne aus Aktien oder Optionen fällt in der Regel keine US-Quellensteuer an.
Typische Quellensteuersätze und was davon anrechenbar ist
Die folgenden Sätze sind typisch, prüfe das jeweilige DBA und die aktuelle Praxis deines Brokers. Sie gelten für Dividenden aus Aktien, die du als Privatperson im Streubesitz hältst.
| Land | Typisch einbehalten | DBA-Satz (anrechenbar) | Im Ausland rückforderbar |
|---|---|---|---|
| USA | 15 % mit W-8BEN, sonst 30 % | 15 % | 0 % bzw. 15 % |
| Schweiz | 35 % | 15 % | 20 % |
| Dänemark | 27 % | 15 % | 12 % |
| Kanada | 25 % | 15 % | 10 % |
| Niederlande | 15 % | 15 % | – |
| Großbritannien | 0 % | 0 % | – |
Ausnahme Großbritannien: Ausschüttungen britischer REITs (Property Income Distributions) unterliegen typischerweise 20 % Quellensteuer, davon sind nach DBA 15 % anrechenbar. capi.tax rechnet für Großbritannien pauschal mit 0 % – prüfe solche Ausschüttungen selbst.
Anrechenbare Sätze nach Land (Stand 1.1.2025)
capi.tax verwendet die Sätze der BZSt-Übersicht „Anrechenbarkeit der Quellensteuer" (Stand 1.1.2025). Das ist der anrechenbare Satz, nicht immer der Höchstsatz des DBA: Ist die Steuer im Quellenstaat erstattungsfähig, ist in Deutschland nichts anrechenbar. Die Tabelle gilt für alle Steuerjahre.
| Dividenden | Anrechenbar |
|---|---|
| USA¹, Kanada, Schweiz, Niederlande, Österreich, Dänemark, Finnland, Schweden, Spanien, Italien, Luxemburg, Portugal, Polen, Tschechien, Ungarn, Japan, Australien, Neuseeland, Südkorea, Südafrika, Türkei | 15 % |
| Frankreich | 12,8 % |
| China², Indien, Mexiko, Israel | 10 % |
| Griechenland | 5 % |
| Irland, Belgien, Norwegen, Singapur, Großbritannien | 0 % |
¹ USA: Anrechenbar ist nur, was tatsächlich einbehalten wurde, höchstens 15 %. ² China: für A-Aktien gilt eine Sonderregelung – capi.tax setzt 10 % an und kennzeichnet die Anrechnung als ungeprüft.
| Zinsen | Anrechenbar |
|---|---|
| Belgien, Portugal (fiktiv, siehe unten) | 15 % |
| Kanada, Italien, Griechenland, Australien, Neuseeland, Südkorea, China, Indien, Mexiko, Südafrika, Türkei | 10 % |
| Polen, Israel | 5 % |
| USA, Schweiz, Frankreich, Irland, Niederlande, Großbritannien, Österreich, Dänemark, Finnland, Schweden, Norwegen, Spanien, Luxemburg, Tschechien, Ungarn, Japan, Singapur | 0 % |
Irische Dividendensteuer und belgische sowie norwegische Quellensteuer sind im Quellenstaat erstattungsfähig; sie erscheinen bei capi.tax vollständig als Überschuss. Für Länder ohne Satz in der BZSt-Übersicht (zum Beispiel Brasilien, Hongkong, Jersey, Guernsey, Kaimaninseln, Bermuda, Bahamas) ist Anrechnung nur möglich, soweit die ausländische Steuer der deutschen Einkommensteuer entspricht. capi.tax setzt dann höchstens 25 % des Ertrags an und weist dich mit einem Hinweis darauf hin, dass du das selbst prüfen musst.
Rückforderbare Quellensteuer: was du im Ausland zurückholst
Der Teil über dem DBA-Satz ist die rückforderbare Quellensteuer. Deutschland rechnet sie nicht an; zurück bekommst du sie nur auf Antrag beim ausländischen Fiskus. Bei der Schweiz zum Beispiel stellst du den Antrag bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung, bei Dänemark bei der dänischen Steuerbehörde. Für die meisten Länder brauchst du dafür eine Ansässigkeitsbescheinigung deines deutschen Finanzamts und eine Dividendenabrechnung als Nachweis. Antragsfristen sind von Land zu Land verschieden – oft wenige Jahre ab der Zahlung.
Ob sich der Aufwand lohnt, hängt von der Höhe ab: Bei kleinen Beträgen übersteigen Gebühren und Mühe oft die Erstattung. Unabhängig davon gilt: Den rückforderbaren Teil darfst du nicht in Zeile 41 eintragen und nicht als Werbungskosten abziehen.
Wie sieht die Quellensteuer im Export von Interactive Brokers und Tastytrade aus?
Interactive Brokers führt die Quellensteuer im Activity Statement in einem eigenen Abschnitt Quellensteuer (englisch Withholding Tax) – je Dividende eine Zeile mit negativem Betrag, etwa AAPL(US0378331005) Bardividende … - US Steuer. In der Flex Query steht sie bei den Cash-Transaktionen als Withholding Tax. Das Land erkennt capi.tax an der Kennung in der Beschreibung (US Tax, CH Steuer), sonst am Ländercode der ISIN und zuletzt an der Währung (CHF → Schweiz, CAD → Kanada).
Tastytrade bucht die Quellensteuer als eigene Zeile vom Typ Money Movement mit Untertyp Dividend und negativem Wert. Weil Tastytrade fast nur US-Werte führt und in Dollar abrechnet, ordnet capi.tax diese Zeilen den USA zu.
Lässt sich kein Land bestimmen – zum Beispiel bei einer Zeile in Euro ohne ISIN –, bekommst du einen Hinweis, und capi.tax rechnet vorsichtshalber nur mit der 25-%-Grenze. Prüfe diese Fälle selbst.
Stornos und Korrekturen
Broker korrigieren Quellensteuer öfter nachträglich: Interactive Brokers bucht dann die ursprüngliche Steuer zurück (positive Zeile) und eine neue ein, etwa wenn sich die Einstufung einer Ausschüttung ändert oder ein W-8BEN rückwirkend greift. Für die Steuererklärung zählt nur der Betrag, der am Ende tatsächlich einbehalten blieb.
capi.tax zählt derzeit jede dieser Zeilen als Einbehalt. Die Spalten Einbehalten und Überschuss fallen dann zu hoch aus. Der anrechenbare Betrag bleibt durch den DBA-Satz begrenzt und stimmt im Normalfall trotzdem – außer die Steuer wurde komplett zurückgebucht. Wurde die Steuer vollständig zurückgebucht, ist Zeile 41 zu hoch – ziehe den Betrag selbst ab. Rechne bei Korrekturen die Zeilen eines Wertpapiers selbst gegen und vergleiche mit dem anrechenbaren Betrag.
Wo trage ich die Quellensteuer in der Anlage KAP ein?
Bei einem ausländischen Broker gehört die anrechenbare Quellensteuer in die Anlage KAP, Zeile 41 („Anrechenbare noch nicht angerechnete ausländische Steuern"). Zeile 40 ist für Steuern, die eine deutsche Bank bereits angerechnet hat – bei Interactive Brokers, Tastytrade und DEGIRO bleibt sie leer. Zeile 42 ist die fiktive Quellensteuer (siehe unten).
Die Dividenden selbst stehen brutto in Zeile 19 (ausländische Kapitalerträge). Ausschüttungen von Fonds und ETFs gehören dagegen in die Anlage KAP-INV; die darauf einbehaltene Quellensteuer trägst du ebenfalls in Zeile 41 der Anlage KAP ein. Mehr dazu unter Anlage KAP, KAP-INV & SO.
Dividenden deutscher Aktien
Hältst du deutsche Aktien über Interactive Brokers – auch über CapTrader oder LYNX –, behält die deutsche Zahlstelle (über Clearstream) auf deren Dividenden bereits Kapitalertragsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag ein, zusammen 26,375 % (§ 44 Abs. 1 S. 4 Nr. 3 EStG). Damit ist die Einkommensteuer auf diese Dividenden abgegolten (§ 43 Abs. 5 S. 1 EStG): Sie gehören in keine Zeile der Anlage KAP – nicht in Zeile 19 und nicht in Zeile 18 –, und die deutsche Steuer ist keine ausländische Quellensteuer für Zeile 41.
capi.tax rechnet das so: Es erkennt deutsche Aktien an der ISIN (DE…) und vergleicht die einbehaltene deutsche Steuer – im Auszug die Zeile mit DE Tax beziehungsweise DE Steuer bei der Dividende – mit 25 % Kapitalertragsteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf. Stornos und Neubuchungen verrechnet es dabei. Stimmt der Betrag, bleiben Dividende und Steuer aus Zeile 18, 19 und 41 heraus; sie erscheinen auch nicht in der Quellensteuer-Übersicht, sondern im Reiter Formulare im Abschnitt Dividenden deutscher Aktien. Wurde keine deutsche Steuer einbehalten, ist die Dividende ein inländischer Kapitalertrag ohne Steuerabzug und steht in Zeile 18. Weicht der Steuerabzug ab, berücksichtigt capi.tax die Dividende nicht und weist dich mit einem Hinweis darauf hin. Kirchensteuer wird über Clearstream in der Regel nicht einbehalten, weil die Zahlstelle deine Konfession nicht kennt.
Wann du sie trotzdem erklärst. Bist du kirchensteuerpflichtig, musst du die abgegoltenen Dividenden für die Kirchensteuer erklären (§ 51a Abs. 2d EStG): In Zeile 6 trägst du eine 1 ein (Kirchensteuer festsetzen), die Dividende in Zeile 7, die Kapitalertragsteuer in Zeile 37 und den Solidaritätszuschlag in Zeile 38. Das Finanzamt setzt dann nur die Kirchensteuer fest; die Einkommensteuer bleibt abgegolten, du zahlst sie nicht ein zweites Mal. Dasselbe gilt für Zeile 7, 37 und 38, wenn du die Günstigerprüfung beantragst (Zeile 4) – dann musst du alle Kapitalerträge erklären (§ 32d Abs. 6 S. 3 EStG). Die Werte zeigt dir capi.tax im Abschnitt Dividenden deutscher Aktien. Erklärst du Erträge in Zeile 7, gibst du einen bei deutschen Banken bereits genutzten Sparer-Pauschbetrag in Zeile 16 statt Zeile 17 an (siehe Anlage KAP). Die Zeilennummern 6, 7, 37 und 38 sind in den Vordrucken 2021 bis 2025 gleich.
Keine Anrechnung ohne Steuerbescheinigung. Angerechnet wird deutsche Kapitalertragsteuer nur gegen eine Steuerbescheinigung nach § 45a EStG (§ 36 Abs. 2 Nr. 2 S. 2 EStG) – und die stellt dein Broker nicht aus. Für die Kirchensteuer allein spielt das keine Rolle. Bei der Günstigerprüfung oder wenn du die Dividenden freiwillig erklärst, etwa um den Sparer-Pauschbetrag zu nutzen (§ 32d Abs. 4 EStG), wird die Einkommensteuer aber neu berechnet, ohne die einbehaltene Steuer anzurechnen – du riskierst, doppelt zu zahlen. Kläre das vorher mit einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater.
So rechnet capi.tax die anrechenbare Quellensteuer
capi.tax stellt jeder Quellensteuer die Dividende desselben Wertpapiers gegenüber und rechnet je Wertpapier:
anrechenbar = kleinster Wert aus (einbehalten, DBA-Satz × Bruttodividende, 25 % × Bruttodividende)
In der Ergebnisansicht siehst du die Quellensteuer je Land mit den Werten Einbehalten, Anrechenbar und Überschuss (der Teil, den du nur im Ausland zurückholen kannst); bei fiktiver Quellensteuer kommt eine Spalte Fiktiv dazu. In der KAP-Übersicht steht in Zeile 41 die Summe der anrechenbaren Beträge – nicht die einbehaltene Summe.
Wichtig zu wissen:
- Sätze hinterlegt sind alle Länder der Tabelle oben, getrennt für Dividenden und Zinsen. Ist ein Land dort nicht aufgeführt, begrenzt capi.tax nur auf 25 % (bei Zinsen: 0 %) und kennzeichnet die Anrechnung als ungeprüft. Ebenfalls als ungeprüft gekennzeichnet ist die Anrechnung italienischer Zinsen (10 %): Umstritten ist, ob die italienische Steuer für in Deutschland Ansässige ganz erstattungsfähig ist.
- Fondsausschüttungen: Bei Fonds und ETFs wird die 25-%-Grenze vom Ertrag nach Teilfreistellung berechnet (BMF-Schreiben vom 14.05.2025, Rn. 148): anrechenbar = kleinster Wert aus (einbehalten, DBA-Satz × Ausschüttung, 25 % × Ausschüttung × (1 − Teilfreistellung)). Beispiel Auslands-Immobilienfonds (80 % Teilfreistellung): Ausschüttung 10.000 €, einbehalten 3.000 €; der DBA-Satz erlaubte 1.500 €, die 25-%-Grenze liegt aber bei 25 % × 2.000 € = 500 € – anrechenbar sind 500 €. Bei einem Aktienfonds (30 %) bleibt der DBA-Satz (1.500 €) die engere Grenze, weil 25 % × 7.000 € = 1.750 € sind. Die Fondsart nimmt capi.tax aus deiner Zuordnung im Reiter Anpassungen oder, bei bekannten US-ETFs, aus der hinterlegten Liste; ohne Zuordnung rechnet es ohne Teilfreistellung und weist weiter auf die fehlende Fondsart hin – siehe Teilfreistellung. Die anrechenbare Steuer auf Fondserträge steht ebenfalls in Zeile 41.
- Umrechnung: Dividende und Quellensteuer rechnet capi.tax jeweils zum Referenzkurs der Bundesbank am Zahltag in Euro um – siehe Währungsumrechnung.
Rechenbeispiel: US- und Schweizer Dividende
Die Kurse sind Beispielwerte. Du hast ein gültiges W-8BEN.
US-Dividende (Apple, Zahltag mit Kurs 1,0800 USD/EUR):
- Bruttodividende 500,00 USD → 462,96 €
- US-Quellensteuer 15 % = 75,00 USD → 69,44 €
- DBA-Grenze 15 % × 462,96 € = 69,44 € → 69,44 € anrechenbar, nichts zurückzufordern
Schweizer Dividende (Nestlé, Zahltag mit Kurs 0,9500 CHF/EUR):
- Bruttodividende 300,00 CHF → 315,79 €
- Schweizer Verrechnungssteuer 35 % = 105,00 CHF → 110,53 €
- DBA-Grenze 15 % × 315,79 € = 47,37 € anrechenbar
- Nicht anrechenbar: 110,53 € − 47,37 € = 63,16 € – das sind die 20 % (60,00 CHF), die du in der Schweiz zurückfordern kannst
In der Anlage KAP:
- Zeile 19: 462,96 € + 315,79 € = 778,75 € (brutto)
- Zeile 41: 69,44 € + 47,37 € = 116,81 €
Was am Ende in Deutschland bleibt (angenommen, dein Sparer-Pauschbetrag ist schon verbraucht, keine Kirchensteuer):
- 25 % × 778,75 € = 194,69 €
- abzüglich 116,81 € Quellensteuer = 77,88 € Abgeltungsteuer
- Solidaritätszuschlag 5,5 % × 77,88 € = 4,28 €, sofern die Soli-Freigrenze überschritten ist – er bemisst sich nach der Steuer nach Anrechnung
Ohne W-8BEN hätten die USA 150,00 USD (138,89 €) einbehalten. Anrechenbar wären trotzdem nur 69,44 €; die andere Hälfte müsstest du in den USA zurückfordern.
Fiktive Quellensteuer
Einige DBA sehen vor, dass Deutschland eine höhere Quellensteuer anrechnet, als tatsächlich einbehalten wurde – die fiktive Quellensteuer (§ 32d Abs. 5 S. 2 EStG, Anlage KAP, Zeile 42). Für Dividenden aus den USA, Kanada oder Europa spielt sie keine Rolle. capi.tax berücksichtigt sie für Zinsen aus Portugal: Angerechnet werden 15 % des Bruttozinses, auch wenn weniger oder nichts einbehalten wurde. Die tatsächlich einbehaltene Steuer steht in Zeile 41, der darüber hinausgehende fiktive Rest bis 15 % in Zeile 42. Beispiel: 1.000 € Zinsen, 100 € einbehalten → Zeile 41: 100 €, Zeile 42: 50 €. Voraussetzung ist, dass im Export eine Quellensteuer-Zeile (auch mit 0 €) für Portugal steht, damit capi.tax das Land erkennt. Für andere Länder mit fiktiver Anrechnung (zum Beispiel Argentinien, Indonesien, Sri Lanka) hinterlegt capi.tax noch keine Sätze – kläre solche Fälle im Einzelfall.