Optionen versteuern bei Interactive Brokers & Tastytrade: Stillhalter, Glattstellung, Verfall
Optionen sind für Privatanleger Kapitalerträge und gehören in die Anlage KAP – nicht in die Anlage SO. Wie ein Optionsgeschäft versteuert wird, hängt davon ab, ob du die Option kaufst (Termingeschäft, § 20 Abs. 2 S. 1 Nr. 3 EStG) oder schreibst (Stillhaltergeschäft, § 20 Abs. 1 Nr. 11 EStG), und davon, wie die Position endet: Glattstellung, Verfall oder Ausübung. Seit dem Jahressteuergesetz 2024 sind Verluste aus Optionen innerhalb der Kapitaleinkünfte wieder unbeschränkt verrechenbar.
Unten findest du die Regeln, vier Rechenbeispiele und was capi.tax automatisch erledigt.
Wie werden Optionen in Deutschland versteuert?
Die Übersicht vorweg. „Long" heißt: Du hast die Option gekauft. „Short" heißt: Du hast sie geschrieben (verkauft, ohne sie vorher zu besitzen) und bist Stillhalter.
| Vorgang | Gekaufte Option (Long) | Geschriebene Option (Short) |
|---|---|---|
| Eröffnung | Gezahlte Prämie = Anschaffungskosten, noch kein Ergebnis | Erhaltene Prämie = Einnahme nach § 20 Abs. 1 Nr. 11 EStG |
| Glattstellung | Verkaufserlös − gezahlte Prämie = Gewinn oder Verlust | Rückkaufprämie mindert die Einnahme; Verlust möglich |
| Wertloser Verfall | Gezahlte Prämie = abziehbarer Verlust | Prämie bleibt in voller Höhe Einnahme |
| Ausübung / Andienung mit Lieferung | Prämie fließt in den Aktienkauf (Call) oder Aktienverkauf (Put) | Prämie bleibt eigene Einnahme; Aktien zum Basispreis |
| Barausgleich | Differenz ist Ergebnis aus dem Termingeschäft | Gezahlter Ausgleich ist Verlust aus einem Termingeschäft |
Alle diese Ergebnisse rechnest du in Euro – jeden Betrag zum Kurs des Tages, an dem er anfällt bzw. gezahlt wird.
Gekaufte Optionen (Long Call, Long Put)
Eine gekaufte Option ist ein Termingeschäft (§ 20 Abs. 2 S. 1 Nr. 3 EStG). Die gezahlte Prämie samt Gebühren sind deine Anschaffungskosten. Ein steuerliches Ergebnis entsteht erst, wenn die Position endet.
Verkauf vor Fälligkeit
Verkaufst du die Option wieder (Sell to Close), ist dein Ergebnis der Verkaufserlös abzüglich Gebühren minus die Anschaffungskosten – beides in Euro (§ 20 Abs. 2 S. 1 Nr. 3 Buchst. b EStG, Gewinnermittlung nach § 20 Abs. 4 S. 5 EStG). Gewinne sind steuerpflichtig, Verluste verrechenbar.
Wertloser Verfall
Verfällt die Option wertlos, ist die gezahlte Prämie ein abziehbarer Verlust (§ 20 Abs. 2 S. 1 Nr. 3 Buchst. a EStG). Das war lange umstritten; der Bundesfinanzhof hat es 2016 entschieden (u. a. BFH, IX R 48/14), und die Finanzverwaltung wendet das an. capi.tax bucht den Verfall wie einen Verkauf zu 0 € – das Ergebnis ist ein Verlust in Höhe der Anschaffungskosten.
Ausübung mit Lieferung der Aktien
Übst du eine Option aus und bekommst oder lieferst Aktien, ist die Prämie kein eigener Verlust aus einem Termingeschäft (BMF-Schreiben zur Abgeltungsteuer, zuletzt vom 14.05.2025):
- Long Call ausgeübt: Du kaufst die Aktien zum Basispreis. Die gezahlte Prämie erhöht die Anschaffungskosten der Aktien.
- Long Put ausgeübt: Du lieferst Aktien zum Basispreis. Die gezahlte Prämie mindert den Veräußerungserlös.
Das Ergebnis landet damit im Topf für Aktien, nicht bei den Termingeschäften. capi.tax macht diese Umbuchung bei Interactive Brokers und Tastytrade automatisch: Es erkennt die Ausübung an den Codes bzw. Zeilen im Export, verbindet Options- und Aktienbuchung und rechnet die Prämie in den Aktienkauf oder -verkauf ein. Dafür muss es die Prämie kennen. Hast du die Option in einem früheren Jahr gekauft, lade die Datei dieses Jahres mit hoch oder lege die Option als Eröffnungsposition an; sonst bleibt die Prämie unberücksichtigt, und du bekommst einen Hinweis.
Barausgleich
Optionen auf Indizes werden meist bar abgerechnet. Der Unterschied zwischen Barausgleich und gezahlter Prämie ist dann ein Ergebnis aus dem Termingeschäft (§ 20 Abs. 2 S. 1 Nr. 3 Buchst. a EStG, Gewinnermittlung nach § 20 Abs. 4 S. 5 EStG). Die Prämie fließt in keine Aktien, weil keine geliefert werden. Ein Barausgleich von 0 € ist der Totalverlust der Prämie. capi.tax rechnet das bei Tastytrade („Cash Settled Exercise“) wie den Verkauf der Option: erhaltener Betrag minus Prämie und Gebühren, in den Zeilen wie ein Verkauf vor Verfall.
Geschriebene Optionen (Stillhalter): Prämie, Glattstellung, Verfall, Andienung
Die Stillhalterprämie
Schreibst du eine Option, erhältst du eine Prämie. Sie ist im Zeitpunkt des Zuflusses steuerpflichtig (§ 20 Abs. 1 Nr. 11 EStG) – unabhängig davon, was später mit der Option passiert. Ein Stillhaltergeschäft ist rechtlich kein Termingeschäft, auch wenn es in Broker-Exporten und in capi.tax unter „Derivate" oder „Termingeschäfte" läuft.
So rechnet capi.tax: Schreibst und schließt du eine Option im selben Jahr, erscheint ein saldiertes Ergebnis (Prämie minus Rückkauf) – steuerlich ist das dasselbe. Ist die Option am 31.12. noch offen, zählt ihre Prämie abzüglich Gebühren im Jahr, in dem du sie geschrieben hast. Gebühren mindern die Prämie, egal ob sie beim Schreiben oder beim Rückkauf anfallen (BMF-Schreiben vom 14.05.2025, Rn. 25 und 33). Maßgeblich ist der Handelstag aus dem Export; gutgeschrieben wird die Prämie einen Bankarbeitstag später. Das betrifft nur Optionen, die du am letzten Handelstag des Jahres schreibst.
Glattstellung (Rückkauf)
Kaufst du die Option zurück (Buy to Close), mindert die gezahlte Rückkaufprämie samt Gebühren deine Einnahme. Ist der Rückkauf teurer als die erhaltene Prämie, entsteht ein Verlust, der voll verrechenbar ist.
Liegen Verkauf und Rückkauf in verschiedenen Jahren, zählt der Rückkauf samt Gebühren als negativer Ertrag im Jahr, in dem du ihn bezahlst (§ 20 Abs. 1 Nr. 11 Hs. 2 EStG i. d. F. des JStG 2024; BMF-Schreiben vom 14.05.2025, Rn. 25 und 33). Die Prämie aus dem Vorjahr wird dabei nicht noch einmal angesetzt. So rechnet capi.tax – eine Eröffnungsposition musst du dafür nicht nachtragen.
Für Rückkäufe, die du vor 2024 bezahlt hast, hat der BFH anders entschieden: Dort mindert der Rückkauf die Prämie im Jahr, in dem du die Option geschrieben hast (BFH v. 02.08.2022, VIII R 27/21). Die Finanzverwaltung stellt weiter auf den Zahlungszeitpunkt ab. capi.tax folgt auch für diese Jahre der Finanzverwaltung und zeigt dir in dem Fall einen Hinweis an. Ob du dich auf das Urteil berufen willst, klärst du am besten mit einer steuerlichen Beratung.
Wertloser Verfall
Verfällt deine geschriebene Option wertlos, bleibt die Prämie in voller Höhe eine Einnahme. Verfällt sie erst im Folgejahr, entsteht im Verfallsjahr nichts mehr – die Prämie zählt im Jahr des Schreibens.
Andienung (Assignment)
Wird deine Option ausgeübt, musst du liefern oder abnehmen:
- Short Put zugeteilt: Du kaufst die Aktien zum Basispreis. Anschaffungskosten sind der Basispreis plus Gebühren – die Prämie wird nicht abgezogen.
- Short Call zugeteilt: Du lieferst die Aktien zum Basispreis. Das ist ein Aktienverkauf; Erlös ist der Basispreis, die Anschaffungskosten kommen per FIFO aus deinem Bestand.
In beiden Fällen bleibt die Prämie eine eigene Einnahme nach § 20 Abs. 1 Nr. 11 EStG. Der Aktienteil läuft getrennt davon im Aktientopf. capi.tax bildet das bei Interactive Brokers und Tastytrade genau so ab. Liegt die Andienung im Jahr nach dem Schreiben, entsteht aus der Option im Andienungsjahr nichts; die Prämie zählt im Jahr des Schreibens.
Bei bar abgerechneten Optionen, die im Geld enden, zahlst du als Stillhalter einen Barausgleich. Dieser Ausgleich ist ein Verlust aus einem Termingeschäft (BFH VIII R 55/13). capi.tax erkennt ihn (Tastytrade „Cash Settled Exercise“, IBKR-Zuordnung ohne Aktienlieferung) und bucht ihn getrennt von der Prämie, ohne beides zu saldieren: Die Prämie bleibt Stillhalterertrag (Zeile 21 und 19), der Barausgleich ist für 2021 bis 2024 ein Verlust in Zeile 24 – nicht in Zeile 22 und nicht in Zeile 19. Ab 2025 mindert er Zeile 19 und steht zusätzlich in Zeile 22.
Spreads, Rolls und Strategien mit mehreren Beinen
Ein Spread, ein Iron Condor oder ein Strangle besteht steuerlich aus einzelnen Optionen. Jedes Bein wird für sich behandelt: Die geschriebenen Beine sind Stillhaltergeschäfte, die gekauften Beine Termingeschäfte. Auch wenn du die Strategie als Ganzes eröffnest und schließt, entstehen mehrere Ergebnisse.
Ein Roll ist ebenfalls kein eigener Vorgang: Du stellst die alte Option glatt (Ergebnis fällt jetzt an) und schreibst oder kaufst eine neue (neue Position). capi.tax ordnet jedes Bein per FIFO dem passenden Eröffnungsgeschäft zu – getrennt nach Basiswert, Fälligkeit, Basispreis und Typ.
Welcher Verlusttopf gilt für Optionen?
Seit dem Jahressteuergesetz 2024 gibt es keinen eigenen Topf mehr für Termingeschäfte. Die frühere Grenze von 20.000 € pro Jahr (§ 20 Abs. 6 S. 5 EStG a. F.) wurde gestrichen – und zwar in allen noch offenen Fällen (§ 52 Abs. 28 S. 25 und 26 EStG), also auch für 2021 bis 2023, solange der Bescheid nicht bestandskräftig ist. Offen ist ein Fall auch, wenn der Bescheid unter Vorbehalt der Nachprüfung (§ 164 AO) oder insoweit vorläufig (§ 165 AO) ergangen ist.
Für dich heißt das:
- Gewinne und Verluste aus Optionen – gekauft wie geschrieben – laufen in den allgemeinen Verlustverrechnungstopf, zusammen mit Zinsen, Dividenden und Fonds.
- Nur Verluste aus Aktienverkäufen bleiben in ihrem eigenen Topf (§ 20 Abs. 6 S. 4 EStG). Ein Aktienverlust aus einer Andienung lässt sich also nicht mit Optionsgewinnen verrechnen.
capi.tax wendet für alle Jahre ab 2021 diese Regel ohne Deckelung an. Ist ein Bescheid für 2021 bis 2023 bereits bestandskräftig und nicht mehr änderbar, kann dort die alte Grenze gegolten haben – das kann capi.tax nicht beurteilen. Mehr unter Verlustverrechnung.
Wo trage ich Optionen in der Anlage KAP ein?
Bei einem ausländischen Broker ist keine deutsche Steuer einbehalten worden. Deine Optionsergebnisse gehören deshalb in den Block „Kapitalerträge, die nicht dem inländischen Steuerabzug unterlegen haben". Welche Zeilen genau, hängt vom Formularjahr ab.
Steuerjahre 2021 bis 2024 (eigene Zeilen für Termingeschäfte):
| Zeile | Inhalt | Was capi.tax dort einträgt |
|---|---|---|
| 19 | Ausländische Kapitalerträge | Summe aller Erträge, darin Stillhalter-Ergebnisse und Gewinne aus gekauften Optionen – ohne Verluste aus gekauften Optionen |
| 21 | Stillhalterprämien und Gewinne aus Termingeschäften | Alle positiven Options-Ergebnisse, gekauft wie geschrieben (zusätzlich in Zeile 19 enthalten) |
| 22 | Verluste ohne Aktienverluste | u. a. Verluste aus geschriebenen Optionen (Glattstellung teurer als Prämie) |
| 24 | Verluste aus Termingeschäften | Verluste aus gekauften Optionen – nur hier, nicht in Zeile 19 |
Ein Stillhalterverlust ist kein Termingeschäftsverlust (§ 20 Abs. 1 Nr. 11 EStG) und steht deshalb in Zeile 22, nicht in Zeile 24 (Ausnahme: bar abgerechnete Optionen, siehe oben unter „Andienung“).
Ab dem Steuerjahr 2025 gibt es die Zeilen 21 und 24 nicht mehr:
| Zeile | Inhalt | Was capi.tax dort einträgt |
|---|---|---|
| 19 | Ausländische Kapitalerträge | Summe aller Erträge einschließlich aller Options-Gewinne und -Verluste |
| 22 | Verluste ohne Aktienverluste | Alle Options-Verluste, gekauft wie geschrieben (zusätzlich in Zeile 19 enthalten) |
In beiden Fassungen gehören Aktienergebnisse aus Andienungen und Ausübungen in Zeile 20 (Gewinne) bzw. Zeile 23 (Verluste). Für Jahre vor 2021 nutzt capi.tax die Aufteilung von 2025; die Zeilennummern dieser älteren Formulare sind nicht geprüft. Eine Übersicht aller Anlagen steht unter Anlage KAP, KAP-INV & SO.
Umrechnung in Euro und Gebühren
Optionen bei Interactive Brokers und Tastytrade laufen meist in US-Dollar. Steuerlich zählt jeder Betrag in Euro, umgerechnet zum Kurs des Tages, an dem er anfällt: Bei gekauften Optionen gilt der Kurs im Zeitpunkt der Anschaffung bzw. Veräußerung (§ 20 Abs. 4 S. 1 Hs. 2 EStG). Stillhalterprämie und Rückkaufprämie rechnest du zum Zeitpunkt der Zahlung um (§ 20 Abs. 1 Nr. 11 EStG, Zu- und Abfluss nach § 11 EStG) – die Prämie zum Kurs am Tag des Verkaufs, den Rückkauf zum Kurs am Tag des Rückkaufs. capi.tax nimmt dafür die täglichen Referenzkurse der Deutschen Bundesbank. Deshalb kann ein Geschäft, das in Dollar genau null ergibt, in Euro einen Gewinn oder Verlust zeigen. Details unter Währungsumrechnung.
Gebühren und Kommissionen gehören zum Geschäft: Beim Eröffnen erhöhen sie die Anschaffungskosten bzw. mindern die erhaltene Prämie, beim Schließen mindern sie den Erlös bzw. erhöhen den Rückkaufpreis. Ein eigenes Ergebnis entsteht durch Gebühren nicht.
Rechenbeispiele
Die Kurse in den Beispielen sind Beispielwerte, keine echten Bundesbank-Kurse. Ein Kontrakt umfasst 100 Aktien. Euro-Beträge sind auf Cent gerundet.
Beispiel 1: Long Call mit Gewinn verkauft
- 10.03.2025: Du kaufst 1 Call für 3,00 USD je Aktie. 300 USD Prämie + 1 USD Gebühr = 301 USD. Kurs 1,0850 USD/EUR → 277,42 € Anschaffungskosten.
- 12.05.2025: Du verkaufst den Call für 5,20 USD. 520 USD − 1 USD Gebühr = 519 USD. Kurs 1,1250 USD/EUR → 461,33 € Erlös.
- Ergebnis: 461,33 € − 277,42 € = 183,91 € Gewinn aus einem Termingeschäft.
Beispiel 2: Long Put verfällt wertlos
- 03.02.2025: Du kaufst 1 Put für 2,10 USD. 210 USD + 1 USD Gebühr = 211 USD. Kurs 1,0800 USD/EUR → 195,37 €.
- 21.03.2025: Der Put verfällt wertlos.
- Ergebnis: 0 € − 195,37 € = 195,37 € Verlust aus einem Termingeschäft, voll verrechenbar.
Beispiel 3: Short Put mit Verlust zurückgekauft
- 07.04.2025: Du schreibst 1 Put für 4,00 USD. 400 USD − 1 USD Gebühr = 399 USD. Kurs 1,0900 USD/EUR → 366,06 € Stillhalterprämie.
- 16.05.2025: Der Kurs ist gefallen, du kaufst den Put für 7,50 USD zurück. 750 USD + 1 USD Gebühr = 751 USD. Kurs 1,1000 USD/EUR → 682,73 € Rückkaufprämie.
- Ergebnis: 366,06 € − 682,73 € = 316,67 € Verlust aus dem Stillhaltergeschäft.
Steuerlich sind das zwei Schritte: eine Einnahme von 366,06 € und eine Rückkaufprämie von 682,73 €, die sie mindert. Weil beides im selben Jahr liegt, weist capi.tax direkt das Ergebnis aus.
Beispiel 4: Short Call zugeteilt (gedeckter Call)
- 02.06.2025: Du kaufst 100 Aktien zu 140 USD. 14.000 USD + 1 USD Gebühr = 14.001 USD. Kurs 1,0800 USD/EUR → 12.963,89 €.
- 09.06.2025: Du schreibst 1 Call mit Basispreis 150 USD für 1,80 USD. 180 USD − 1 USD Gebühr = 179 USD. Kurs 1,0850 USD/EUR → 164,98 € Stillhalterprämie.
- 18.07.2025: Der Call wird zugeteilt, du lieferst die 100 Aktien zu 150 USD = 15.000 USD (angenommen: keine Gebühr für die Lieferung). Kurs 1,1000 USD/EUR → 13.636,36 €.
- Ergebnis Stillhalter: 164,98 € Gewinn (die Prämie, unverändert).
- Ergebnis Aktien: 13.636,36 € − 12.963,89 € = 672,47 € Gewinn aus einem Aktienverkauf.
So landen die vier Beispiele in der Anlage KAP
Alle vier Geschäfte liegen in 2025:
- Zeile 19: 183,91 − 195,37 − 316,67 + 164,98 + 672,47 = 509,32 €
- Zeile 20 (Aktiengewinne): 672,47 €
- Zeile 22 (Verluste ohne Aktienverluste): 195,37 + 316,67 = 512,04 €
Lägen dieselben Geschäfte im Jahr 2024, sähe es so aus:
- Zeile 19: 183,91 − 316,67 + 164,98 + 672,47 = 704,69 € (der Verlust aus Beispiel 2 fehlt hier)
- Zeile 20: 672,47 €
- Zeile 21: 183,91 + 164,98 = 348,89 €
- Zeile 22: 316,67 € (Stillhalterverlust aus Beispiel 3)
- Zeile 24: 195,37 € (Verlust aus der gekauften Option in Beispiel 2)
Was capi.tax bei Optionen abbildet – und was nicht
capi.tax liest deine Optionsgeschäfte aus dem CSV-Activity-Statement oder der Flex Query (XML) von Interactive Brokers und aus dem CSV-Export von Tastytrade. Es ordnet jede Schließung per FIFO der passenden Eröffnung zu, erkennt Stillhalterpositionen, bucht wertlose Verfälle bei beiden Brokern und rechnet alles zum Bundesbank-Kurs in Euro um.
Wo du selbst nacharbeiten musst:
- Eröffnung im Vorjahr: Lädst du nur das aktuelle Jahr hoch, fehlt capi.tax die Eröffnung einer gekauften Position aus dem Vorjahr. Du bekommst dann einen Hinweis und kannst die Eröffnungsposition nachtragen. Das gilt auch für eine Option: Trage Symbol genau wie im Export, Kontrakte, gezahlte Prämie und Gebühren sowie den Kauftag ein. Bei einer ausgeübten Option zeigt capi.tax außerdem den Hinweis „Prämie der ausgeübten Option unbekannt“, solange Datei oder Eröffnungsposition fehlen; die Aktien laufen dann zum reinen Ausübungspreis. Geschriebene Optionen aus dem Vorjahr brauchen das nicht: Die Prämie zählt im Jahr des Schreibens, ein Rückkauf als negative Einnahme im Jahr der Zahlung – das rechnet capi.tax selbst.
- Währungsgewinne aus deinem Dollar-Guthaben berechnet capi.tax für Interactive Brokers (nicht für Tastytrade) und zeigt sie getrennt an; nur das Ergebnis aus verzinstem Guthaben (§ 20) steckt in den Zeilen der Anlage KAP. Das Ergebnis nach § 23 steht im Abschnitt „Anlage SO – private Veräußerungsgeschäfte (§ 23 EStG)“, für 2024 und 2025 mit der Zeile der Anlage SO – siehe Währungsgewinne.
Wie du den Export bei deinem Broker erzeugst, steht unter Interactive Brokers und Tastytrade.